GER-Niveau C1 • Pronomen

Pronomen im Nominalstil

Auf C1-Niveau erkennen und verwenden Sie pronominale Strukturen im Nominalstil. In formellen und wissenschaftlichen Texten werden verbale Konstruktionen häufig durch nominale ersetzt – dabei spielen Pronomen wie dessen, deren, dies, solch- und Pronominaladverbien eine zentrale Rolle bei der Verknüpfung.

Kernregel: Verbalstil: Man hat die Daten analysiert und dabei festgestellt, dass… → Nominalstil: Die Analyse dieser Daten führte zur Feststellung, dass… Pronomen wie dessen, deren, solcher, dies und Pronominaladverbien (dabei, dadurch, dafür) ermöglichen kompakte, formelle Formulierungen.

Was ist der Nominalstil?

Im Nominalstil werden Handlungen und Vorgänge als Nomen (Nominalisierungen) ausgedrückt, statt als Verben. Pronomen und Pronominaladverbien spielen eine zentrale Rolle, um diese nominalen Strukturen miteinander zu verknüpfen:

Verbalstil

  • Man hat die Daten analysiert und dabei festgestellt, dass die Ergebnisse signifikant sind.

Nominalstil

  • Die Analyse dieser Daten führte zur Feststellung deren Signifikanz.

Dessen und deren im Nominalstil

Die Genitivpronomen dessen (m./n.) und deren (f./Pl.) sind im Nominalstil unverzichtbar, weil sie eindeutige Zuordnungen ermöglichen:

Vorteil gegenüber sein/ihr: Dessen/deren sind eindeutiger, weil sie sich immer auf das unmittelbar vorhergehende Nomen beziehen. Sein/ihr kann mehrdeutig sein.

Pronominaladverbien im Nominalstil

Pronominaladverbien wie dadurch, dabei, dafür, dazu ersetzen umständliche Präpositionalphrasen und sorgen für kompakte Formulierungen:

Schwer (Präp. + Pronomen)Elegant (Pronominaladverb)
durch diese Maßnahmedadurch
bei dieser Gelegenheitdabei
für diesen Zweckdafür
zu diesem Themadazu
über dieses Ergebnis hinausdarüber hinaus
aus diesem Ergebnisdaraus

Dies, solch- und derartig-

Diese Pronomen verweisen im Nominalstil auf zuvor genannte Sachverhalte:

Zusammenfassung

Häufig gestellte Fragen – FAQ

Welche Pronomen sind typisch für den Nominalstil?

Demonstrativpronomen (dessen, deren, dies, solch-) verweisen auf zuvor genannte Nominalisierungen: Die Untersuchung dieser Phänomene ergab… Pronominaladverbien (dadurch, dafür, damit, dabei) ersetzen durch + das usw.: Die Einführung des Systems und die dadurch bedingte Effizienzsteigerung…

Wie unterscheiden sich dessen/deren von sein/ihr im Nominalstil?

Dessen/deren sind eindeutiger als sein/ihr, weil sie sich immer auf das letztgenannte Nomen beziehen: Der Minister und dessen Staatssekretär (= des Ministers). Mit sein wäre die Zuordnung unklar. In formellen Texten wird dessen/deren bevorzugt.

Warum ist der Nominalstil im Deutschen so verbreitet?

Der Nominalstil ermöglicht kompakte Formulierungen mit hoher Informationsdichte: Die Prüfung der Unterlagen statt Man prüfte die Unterlagen. Er ist Standard in Verwaltung, Wissenschaft, Recht und Journalismus. Pronomen und Pronominaladverbien sorgen dabei für die Textkohäsion.

Wann sollte man den Nominalstil vermeiden?

In mündlicher Kommunikation und allgemeinverständlichen Texten wirkt der Nominalstil oft schwer und bürokratisch. Zu viele Nominalisierungen mit dessen/deren/dadurch können den Text unübersichtlich machen. Guter Stil wechselt zwischen Nominal- und Verbalstil.

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