Auf dem GER-Niveau C1 wird die Nominalisierung zu einem unverzichtbaren Werkzeug für akademisches und formelles Schreiben. In wissenschaftlichen Arbeiten, Behördentexten und Fachartikeln werden Verben und Adjektive systematisch in Nomen umgewandelt, um Sachverhalte kompakt und abstrakt auszudrücken. Wer die Nominalisierungsmuster beherrscht, kann Texte auf hohem Niveau sowohl verstehen als auch produzieren.
Verben werden durch verschiedene Verfahren in Nomen umgewandelt. Das häufigste Verfahren ist die Ableitung mit Suffixen, aber auch der Infinitiv kann als Nomen verwendet werden.
| Suffix | Genus | Verb → Nomen | Beispielsatz |
|---|---|---|---|
| -ung | feminin | entwickeln → die Entwicklung | Die Entwicklung neuer Technologien schreitet voran. |
| -tion / -sion | feminin | produzieren → die Produktion | Die Produktion wurde ins Ausland verlagert. |
| -nis | neutral / fem. | erkennen → die Erkenntnis | Diese Erkenntnis veränderte die Forschung grundlegend. |
| -e | feminin | suchen → die Suche | Die Suche nach einer Lösung dauert an. |
| Infinitiv | neutral | lernen → das Lernen | Das Lernen einer Fremdsprache erfordert Geduld. |
Der Infinitiv wird großgeschrieben und mit das verwendet. Er drückt den Vorgang oder Prozess aus.
Adjektive werden ebenfalls durch Suffixe oder Substantivierung in Nomen umgewandelt. Die wichtigsten Suffixe sind -heit, -keit und -igkeit.
| Suffix | Tendenz | Adjektiv → Nomen |
|---|---|---|
| -heit | einsilbige Adjektive, P2-Formen | frei → die Freiheit, krank → die Krankheit |
| -keit | Adjektive auf -ig, -lich, -sam, -bar | möglich → die Möglichkeit, einsam → die Einsamkeit |
| -igkeit | einige Adjektive auf -los, -haft | arbeitslos → die Arbeitslosigkeit |
Adjektive können auch direkt als Nomen verwendet werden. Sie behalten dann die Adjektivdeklination bei.
Bei der Nominalisierung ändert sich die syntaktische Struktur des Satzes. Das ehemalige Subjekt wird oft zum Genitivattribut, das Objekt zum Präpositionalattribut.
In wissenschaftlichen und administrativen Texten begegnen bestimmte Nominalisierungsmuster besonders häufig.
Nominalisierung ist die Umwandlung eines Verbs oder Adjektivs in ein Nomen. Das neue Nomen übernimmt die Bedeutung des Ausgangswortes, wird aber grammatisch wie ein Nomen behandelt (mit Artikel, Kasus usw.). Beispiel: untersuchen → die Untersuchung.
Es gibt kein einheitliches Prinzip, aber Tendenzen: -ung ist das häufigste Suffix (Forschung, Entwicklung, Verbesserung). -tion/-sion tritt bei Fremdwörtern auf (Produktion, Diskussion). -nis ist seltener (Ergebnis, Erkenntnis). Das Genus folgt oft dem Suffix: -ung ist immer feminin, -nis ist meist neutral.
Substantivierte Adjektive sind Adjektive, die wie Nomen verwendet werden, aber weiterhin wie Adjektive dekliniert werden. Beispiel: der Kranke (ein kranker Mensch), das Gute (das, was gut ist). Sie behalten die Adjektivdeklination bei: ein Kranker, die Kranken.
Nominalisierungen komprimieren Informationen und machen Texte abstrakter und sachlicher. Statt Die Forscher haben die Daten analysiert schreibt man in Fachtexten: Die Analyse der Daten ergab…. Der Nominalstil gilt als typisches Merkmal wissenschaftlicher und administrativer Sprache.