Auf B2-Niveau lernen Sie Verbperiphrasen — Umschreibungen mit Halbmodalverben, die zeitliche oder modale Nuancen ausdrücken, die einfache Zeitformen nicht bieten. Strukturen wie dabei sein zu, scheinen zu oder drohen zu machen Ihre Ausdrucksweise präziser und stilistisch anspruchsvoller.
Verbperiphrasen (auch: verbale Umschreibungen) sind mehrteilige Verbkonstruktionen, die aus einem Hilfsverb oder Halbmodalverb + zu + Infinitiv bestehen. Sie drücken feinere temporale (zeitliche) und modale (Art-und-Weise-) Nuancen aus, die mit einfachen Tempora oder klassischen Modalverben nicht möglich sind.
Während Modalverben wie können, müssen, dürfen grundlegende Kategorien wie Fähigkeit, Pflicht und Erlaubnis ausdrücken, ermöglichen Verbperiphrasen Nuancen wie Anschein, Gefahr, Verlauf, Gewohnheit oder Unmittelbarkeit.
Diese Konstruktionen drücken zeitliche Nuancen aus – etwa den Verlauf einer Handlung, ihre Unmittelbarkeit oder eine Gewohnheit:
| Periphrase | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| dabei sein zu + Inf. | andauernde Handlung (Verlaufsform) | Er ist dabei, den Bericht zu schreiben. → He is (in the process of) writing the report. |
| im Begriff sein zu + Inf. | unmittelbar bevorstehende Handlung | Sie ist im Begriff, das Haus zu verlassen. → She is about to leave the house. |
| pflegen zu + Inf. | Gewohnheit (gehoben/formell) | Er pflegt früh aufzustehen. → He usually gets up early. |
Diese Konstruktionen drücken modale Nuancen aus – etwa Anschein, Gefahr, Nicht-Notwendigkeit oder Fähigkeit in gehobener Sprache:
| Periphrase | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| drohen zu + Inf. | drohende Gefahr / negative Möglichkeit | Das Haus droht einzustürzen. Die Verhandlungen drohen zu scheitern. |
| scheinen zu + Inf. | Anschein / Eindruck | Er scheint zu schlafen. Die Lage scheint sich zu verbessern. |
| brauchen (nicht/nur) zu + Inf. | Nicht-Notwendigkeit (fast immer verneint oder eingeschränkt) | Du brauchst nicht zu kommen. Sie brauchen nur anzurufen. |
| vermögen zu + Inf. | Fähigkeit (formell/literarisch für können) | Er vermag es nicht zu erklären. |
| wissen zu + Inf. | Fähigkeit / Geschick | Sie weiß sich zu helfen. Er weiß seine Worte zu wählen. |
Verbperiphrasen und Modalverben haben ähnliche Funktionen, unterscheiden sich aber in Struktur und Bedeutungsnuancen:
Verbperiphrasen sind mehrteilige Verbkonstruktionen, die zeitliche oder modale Bedeutungen ausdrücken, die einfache Zeitformen nicht leisten können. Sie bestehen aus einem Hilfsverb/Halbmodalverb + zu + Infinitiv: Er ist dabei, den Bericht zu schreiben.
Modalverben (müssen, können, sollen) stehen ohne zu und drücken Pflicht, Fähigkeit, Erlaubnis aus. Verbperiphrasen stehen mit zu und drücken feinere Nuancen aus: Anschein (scheinen zu), Gefahr (drohen zu), Gewohnheit (pflegen zu).
Als Verbperiphrase bedeutet drohen zu nicht «bedrohen», sondern signalisiert eine negative Entwicklung oder Gefahr: Die Verhandlungen drohen zu scheitern = Es besteht die Gefahr, dass die Verhandlungen scheitern.
Brauchen + zu + Infinitiv wird fast ausschließlich verneint oder eingeschränkt verwendet: Du brauchst nicht zu kommen = Du musst nicht kommen. Du brauchst nur anzurufen = Du musst nur anrufen. Positiv verwendet man müssen.