CEFR B2 • Nomen und Artikel

Abstrakte und fachsprachliche Nomen

Auf B2-Niveau lernt man, abstrakte Nomen systematisch zu bilden und in formalen Kontexten sicher zu verwenden. Diese Nomen bezeichnen Konzepte, Eigenschaften und Vorgänge, die man nicht greifen kann. In der Fachsprache von Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung sind sie unverzichtbar.

Kernregel: Abstrakte Nomen entstehen häufig aus Verben und Adjektiven durch Suffixe wie -ung, -heit, -keit, -nis und -schaft. Sie sind typisch für formales Schriftdeutsch und folgen festen Genusregeln.

Auf B2-Niveau lernt man, abstrakte Nomen systematisch zu bilden und in formalen Kontexten sicher zu verwenden. Diese Nomen bezeichnen Konzepte, Eigenschaften und Vorgänge, die man nicht greifen kann. In der Fachsprache von Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung sind sie unverzichtbar.

Kernregel: Abstrakte Nomen entstehen häufig aus Verben und Adjektiven durch Suffixe wie -ung, -heit, -keit, -nis und -schaft. Sie sind typisch für formales Schriftdeutsch und folgen festen Genusregeln.

Was sind abstrakte Nomen?

Abstrakte Nomen bezeichnen Dinge, die man nicht sehen oder anfassen kann. Sie lassen sich in vier Hauptgruppen einteilen:

Gefühle

  • die Freude Freude über den Erfolg
  • die Angst Angst vor Veränderung
  • die Hoffnung Hoffnung auf Besserung
  • der Stolz Stolz auf die Leistung

Eigenschaften

  • die Schönheit Schönheit der Natur
  • die Klugheit politische Klugheit
  • die Geduld Geduld beim Lernen
  • die Ehrlichkeit Ehrlichkeit im Beruf

Vorgänge und Zustände

  • die Entwicklung wirtschaftliche Entwicklung
  • die Forschung medizinische Forschung
  • das Glück das Glück der Familie
  • die Freiheit Freiheit der Meinung

Bildung abstrakter Nomen

Die meisten abstrakten Nomen entstehen durch Suffixe aus Verben oder Adjektiven. Das Suffix bestimmt zuverlässig das Genus.

Aus Verben

Suffix Genus Verb Abstraktes Nomen
-ung feminin entwickeln die Entwicklung
-ung feminin bilden die Bildung
-nis neutral ergeben das Ergebnis
-nis feminin erkennen die Erkenntnis
-tion feminin diskutieren die Diskussion
Infinitiv neutral forschen das Forschen

Aus Adjektiven

Suffix Genus Adjektiv Abstraktes Nomen
-heit feminin frei die Freiheit
-heit feminin gesund die Gesundheit
-keit feminin möglich die Möglichkeit
-keit feminin abhängig die Abhängigkeit
-schaft feminin bereit die Bereitschaft
-tum neutral wachsen das Wachstum
Merkhilfe: Nomen auf -ung, -heit, -keit, -schaft, -tion sind immer feminin. Das Suffix -nis ist meist neutral (das Ergebnis), hat aber feminine Ausnahmen (die Erkenntnis, die Erlaubnis).

Fachsprachliche Nomen nach Bereichen

In der Fachsprache verdichten abstrakte Nomen komplexe Sachverhalte präzise. Jede Disziplin hat eigene Schlüsselwörter:

Wissenschaft und Forschung

  • die Hypothese eine Hypothese aufstellen
  • die Analyse eine gründliche Analyse durchführen
  • das Ergebnis zu einem Ergebnis kommen
  • die Methodik die Methodik beschreiben

Wirtschaft und Finanzen

  • das Wachstum wirtschaftliches Wachstum fördern
  • die Investition eine Investition tätigen
  • der Wettbewerb im Wettbewerb bestehen
  • die Bilanz eine positive Bilanz ziehen

Recht und Verwaltung

  • die Verordnung eine Verordnung erlassen
  • das Verfahren ein Verfahren einleiten
  • die Genehmigung eine Genehmigung erteilen
  • die Bestimmung gesetzliche Bestimmungen einhalten

Abstrakte Nomen im Satz

Abstrakte Nomen ersetzen häufig ganze Nebensätze und machen den Ausdruck kompakter. In der Fachsprache ist diese Verdichtung Standard:

Verbalstil (Alltagssprache)
  • Man erwartet, dass die Wirtschaft wächst.
  • Es ist wichtig, dass man pünktlich ist.
  • Die Forscher haben herausgefunden, dass das Medikament wirkt.
Nominalstil (Fachsprache)
  • Die Erwartung wirtschaftlichen Wachstums
  • Die Wichtigkeit der Pünktlichkeit
  • Die Erkenntnis der Wirksamkeit des Medikaments
Regel: Im Nominalstil werden Subjekt und Objekt des ursprünglichen Satzes oft zu Genitivattributen: Die Forscher haben etwas herausgefunden wird zu die Erkenntnis der Forscher.

Typische Verbindungen mit abstrakten Nomen

Abstrakte Nomen verbinden sich oft mit bestimmten Verben. Diese festen Verbindungen (Funktionsverbgefüge) sind in der Fachsprache besonders häufig:

Funktionsverbgefüge Bedeutung Beispiel
eine Entscheidung treffen entscheiden Die Regierung trifft eine Entscheidung.
in Betracht ziehen berücksichtigen Man zieht alle Optionen in Betracht.
Einfluss nehmen beeinflussen Medien nehmen Einfluss auf die Meinung.
zur Verfügung stehen verfügbar sein Die Daten stehen zur Verfügung.
einen Beitrag leisten beitragen Jeder kann einen Beitrag leisten.
Bezug nehmen auf sich beziehen auf Der Autor nimmt Bezug auf die Studie.
Tipp: Funktionsverbgefüge klingen formaler als einfache Verben. In der Alltagssprache sagt man entscheiden, in der Fachsprache eine Entscheidung treffen. Beide Varianten sind korrekt, aber das Register unterscheidet sich.

Zusammenfassung

Häufig gestellte Fragen – FAQ

Was sind abstrakte Nomen im Deutschen?

Abstrakte Nomen bezeichnen Dinge, die man nicht sehen oder anfassen kann: Gefühle (die Freude, die Angst), Eigenschaften (die Schönheit, die Klugheit), Vorgänge (die Entwicklung, die Forschung) und Zustände (die Freiheit, das Glück). Sie werden häufig aus Verben und Adjektiven gebildet.

Welche Suffixe bilden abstrakte Nomen und welches Genus haben sie?

Die wichtigsten Suffixe sind: -ung (feminin: die Bildung), -heit/-keit (feminin: die Freiheit, die Möglichkeit), -schaft (feminin: die Wissenschaft), -nis (meist neutral: das Ergebnis) und -tum (meist neutral: das Wachstum). Das Suffix bestimmt das Genus zuverlässig.

Warum sind abstrakte Nomen in der Fachsprache so wichtig?

Fachsprache verlangt Präzision und Kürze. Abstrakte Nomen verdichten komplexe Sachverhalte in einem Wort: Statt Die Wirtschaft wächst schreibt man das Wirtschaftswachstum. Diese Verdichtung ist in wissenschaftlichen Texten, Geschäftsberichten und Gesetzestexten Standard.

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