Auf B2-Niveau verwenden Sie das Relativpronomen was und das Relativadverb wo sicher. Was bezieht sich auf ganze Sätze, auf alles, nichts, etwas und auf substantivierte Superlative. Wo steht nach Ortsangaben und unbestimmten Ortsadverbien.
Kernregel: Was als Relativpronomen: nach alles, nichts, etwas, das, vieles und nach ganzen Sätzen: Er hat bestanden, was mich freut. Wo als Relativadverb: Die Stadt, wo ich aufgewachsen bin. Mit Präposition: wo(r)- + Präposition: Alles, worüber wir sprachen.
Was als Relativpronomen
Was wird als Relativpronomen in drei Fällen verwendet:
1. Nach Indefinitpronomen
Nach alles, nichts, etwas, vieles, einiges, manches, das:
- Alles, was er sagt, ist wahr.
- Nichts, was du tust, wird ihn überzeugen.
- Das, was ich meine, ist etwas anderes.
2. Nach substantivierten Superlativen
Nach das Schönste, das Beste, das Wichtigste usw.:
- Das Schönste, was ich je erlebt habe, war die Reise nach Japan.
- Das Beste, was du tun kannst, ist ruhig bleiben.
3. Bezug auf einen ganzen Satz
In weiterführenden Relativsätzen bezieht sich was auf die gesamte Aussage des Hauptsatzes:
- Er hat die Prüfung bestanden, was alle überraschte.
- Sie kam pünktlich, was nicht selbstverständlich ist.
- Die Firma hat neue Stellen geschaffen, was viele Bewerber freut.
Achtung: Was wird nicht dekliniert. Wenn eine Präposition nötig ist, verwendet man ein Pronominaladverb: Alles, worüber wir sprachen (nicht: *über was).
Wo als Relativadverb
Wo wird als Relativadverb in zwei Fällen verwendet:
1. Nach Ortsangaben
Nach Stadt, Land, Ort, Gegend, Stelle usw.:
- Die Stadt, wo ich aufgewachsen bin, liegt in Süddeutschland.
- Das ist der Ort, wo wir uns kennengelernt haben.
- Ich kenne ein Restaurant, wo man sehr gut essen kann.
2. Nach unbestimmten Ortsangaben
Nach dort, da, überall, irgendwo, nirgendwo:
- Überall, wo er hingeht, findet er Freunde.
- Dort, wo früher eine Fabrik stand, ist jetzt ein Park.
- Da, wo ich wohne, gibt es viel Grün.
Tipp: Wo kann oft durch in der/dem ersetzt werden: Die Stadt, in der ich aufgewachsen bin = Die Stadt, wo ich aufgewachsen bin. Im gesprochenen Deutsch ist wo häufiger.
wo(r)- + Präposition
Wenn was oder wo mit einer Präposition stehen soll, verwendet man wo(r)- + Präposition (nicht: *über was, *an wo):
| Präposition | Form | Beispiel |
| über | worüber | Alles, worüber wir sprachen, war interessant. |
| an | woran | Das, woran ich mich erinnere, ist der Sonnenuntergang. |
| auf | worauf | Das Beste, worauf man hoffen kann, ist Gesundheit. |
| für | wofür | Nichts, wofür ich mich schämen müsste. |
| mit | womit | Etwas, womit niemand gerechnet hat. |
Regel: Beginnt die Präposition mit einem Vokal, wird ein -r- eingefügt: worüber, woran, worauf, worin. Bei Konsonant kein -r-: womit, wofür, wozu, wodurch.
Weiterführende Relativsätze
Ein weiterführender Relativsatz mit was kommentiert den ganzen Hauptsatz. Er kann nicht weggelassen werden, ohne den Sinn zu verändern:
- Die Mieten sind gestiegen, was viele Familien belastet.
- Das Restaurant hat geschlossen, was ich sehr schade finde.
- Er hat sich entschuldigt, was ich nicht erwartet hätte.
Unterschied: Er hat bestanden, was mich freut. (weiterführend – bezieht sich auf den ganzen Satz) vs. Alles, was er sagt, stimmt. (bezieht sich auf alles).
Häufig gestellte Fragen – FAQ
Wann steht was als Relativpronomen?
In drei Fällen: 1. Nach alles, nichts, etwas, vieles, das, einiges, manches: Alles, was er sagt, stimmt. 2. Nach substantivierten Superlativen: Das Schönste, was ich je gesehen habe. 3. Bezug auf einen ganzen Satz: Er hat gekündigt, was alle überraschte.
Wann verwendet man wo als Relativadverb?
Wo steht nach Ortsangaben (Stadt, Ort, Land, Restaurant): Die Stadt, wo ich geboren bin. Und nach unbestimmten Ortsadverbien (dort, da, überall, irgendwo): Überall, wo man hinschaut. Es kann oft durch in der/dem ersetzt werden.
Kann man was deklinieren?
Nein, was wird nicht dekliniert. Wenn eine Präposition nötig ist, verwendet man stattdessen ein Pronominaladverb: Alles, worüber wir gesprochen haben (nicht: *über was).
Wann verwendet man wo(r)- + Präposition?
Wenn was mit einer Präposition stehen soll, bildet man wo(r)- + Präposition: worüber, woran, worauf (vor Vokal mit -r-), womit, wofür, wozu (vor Konsonant ohne -r-). Beispiel: Das, woran ich mich erinnere, ist der Sonnenuntergang.
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