Der Genitiv ist der vierte Fall im Deutschen und drückt Zugehörigkeit aus. Er beantwortet die Frage Wessen? und verbindet zwei Nomen. Besonders in der Schriftsprache ein unverzichtbares Werkzeug für präzise Ausdrucksweise.
Der Genitiv drückt Zugehörigkeit aus und beantwortet die Frage Wessen? Er verbindet zwei Nomen: das Auto meines Vaters.
| Artikel | Maskulin | Feminin | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| bestimmt | des Mannes | der Frau | des Kindes | der Leute |
| unbestimmt | eines Mannes | einer Frau | eines Kindes | — |
| negativ | keines Mannes | keiner Frau | keines Kindes | keiner Leute |
Nomen auf -s, -ss, -ß, -x, -z → zwingend -es.
Einsilbige Nomen: des Jahres oder des Jahrs (beide korrekt).
Nur der Artikel ändert sich, das Nomen bleibt unverändert.
Bestimmte maskuline Nomen nehmen in allen Kasus außer Nominativ Singular die Endung -(e)n.
Erkennbar an: Personen, Nationalitäten, Berufe auf -e.
Einfach -s direkt an den Namen, ohne Artikel und ohne Apostroph.
Diese Präpositionen verlangen den Genitiv, besonders in der Schrift- und Fachsprache.
Nomen, die auf -s, -ss, -ß, -x, -z enden, erhalten zwingend die Endung -es: des Hauses, des Platzes. Bei einsilbigen Nomen sind oft beide Formen möglich: des Jahres oder des Jahrs.
Schwache Maskulina (n-Deklination) sind bestimmte maskuline Nomen, die in allen Kasus außer Nominativ Singular die Endung -(e)n erhalten: der Mensch → des Menschen, der Student → des Studenten. Typisch sind Personenbezeichnungen, Nationalitäten und Berufe auf -e.
Im Deutschen wird der Genitiv bei Eigennamen ohne Apostroph gebildet: Annas Buch, Goethes Werke. Der Apostroph vor dem Genitiv-s (Anna's) ist ein Anglizismus und gilt als Grammatikfehler.
In der gesprochenen Sprache wird der Genitiv häufig durch von + Dativ ersetzt: das Auto von meinem Vater statt das Auto meines Vaters. In der Schriftsprache und bei Genitivpräpositionen wie wegen, trotz, während ist der Genitiv jedoch die korrekte Form.