GER-Niveau B2 • Verben

Zustandspassiv

Auf B2-Niveau unterscheiden Sie zwischen Vorgangspassiv (werden + Partizip II) und Zustandspassiv (sein + Partizip II). Das Zustandspassiv beschreibt das Ergebnis einer Handlung: Die Tür ist geöffnet.

Kernregel sein (konjugiert) + Partizip II = Zustandspassiv. Es beschreibt einen Zustand als Ergebnis: Das Fenster ist geschlossen.

Vorgangspassiv vs. Zustandspassiv

Im Deutschen gibt es zwei Passivformen. Sie unterscheiden sich grundlegend in ihrer Bedeutung:

Vorgangspassiv (werden-Passiv)

Beschreibt einen Vorgang – eine Handlung, die gerade abläuft oder abgelaufen ist.

  • Die Tür wird geschlossen. → Jemand schließt die Tür (Prozess).
  • Das Auto wird repariert. → Die Reparatur findet statt.
  • Die E-Mail wurde geschrieben. → Jemand hat sie geschrieben (Vorgang in der Vergangenheit).

Zustandspassiv (sein-Passiv)

Beschreibt einen Zustand – das Ergebnis einer bereits abgeschlossenen Handlung.

  • Die Tür ist geschlossen. → Die Tür ist zu (Resultat).
  • Das Auto ist repariert. → Die Reparatur ist fertig.
  • Die E-Mail ist geschrieben. → Sie liegt fertig vor.
Merkhilfe: werden + Partizip II = Was passiert? (Prozess) • sein + Partizip II = Wie ist es jetzt? (Resultat)

Bildung: sein + Partizip II

  • Die Tür ist geöffnet. → Die Tür steht offen.
  • Das Museum ist geschlossen. → Das Museum hat zu.
  • Der Tisch ist gedeckt. → Der Tisch steht bereit.

Zeitformen

Das Zustandspassiv kommt vor allem im Präsens und Präteritum vor:

Zeitform Bildung Beispiel
Präsens ist / sind + Partizip II Die Tür ist geöffnet.
Präteritum war / waren + Partizip II Die Tür war geöffnet.
Hinweis: Weitere Zeitformen (Perfekt, Plusquamperfekt) sind beim Zustandspassiv möglich, aber selten: Die Tür ist geöffnet gewesen. In der Praxis verwendet man fast ausschließlich Präsens und Präteritum.

Zustandspassiv vs. Perfekt Aktiv

Achtung: Beide Formen verwenden sein + Partizip II! Die Unterscheidung ist ein typisches B2-Thema:

Perfekt Aktiv (mit sein)

Beschreibt eine abgeschlossene Handlung. Nur bei Verben der Bewegung oder Zustandsveränderung (intransitiv).

  • Er ist eingeschlafen. → Er schlief ein (Aktion).
  • Sie ist nach Berlin gefahren. → Sie fuhr nach Berlin.
  • Er ist gestern angekommen. → Er kam an.

Zustandspassiv

Beschreibt einen resultierenden Zustand. Bei transitiven Verben, die auch ein Vorgangspassiv bilden können.

  • Das Fenster ist geschlossen. → Es ist zu (Zustand).
  • Das Essen ist vorbereitet. → Es steht bereit.
  • Die Plätze sind reserviert. → Sie sind vergeben.
Unterscheidungshilfe: Wenn das Verb sein Perfekt mit haben bildet (schließen → hat geschlossen), dann ist „ist geschlossen“ immer Zustandspassiv. Wenn das Verb sein Perfekt mit sein bildet (fahren → ist gefahren), handelt es sich um Perfekt Aktiv.
Zustandspassiv vs. Adjektiv: Manchmal existieren beide Formen: Die Tür ist offen (Adjektiv) = Die Tür ist geöffnet (Zustandspassiv). In vielen Fällen sind sie austauschbar.

Häufige Verben im Zustandspassiv

Verb Beispielsatz
öffnen / schließen Das Fenster ist geöffnet. / Das Museum ist geschlossen.
reparieren Das Auto ist endlich repariert.
reservieren Der Tisch ist für 20 Uhr reserviert.
vorbereiten Alles ist für die Feier vorbereitet.
beschädigen Das Dach ist durch den Sturm beschädigt.

Häufig gestellte Fragen – FAQ

Was ist der Unterschied zwischen Vorgangs- und Zustandspassiv?

Das Vorgangspassiv (werden + Partizip II) beschreibt einen Prozess: Die Tür wird geöffnet (jemand öffnet sie gerade). Das Zustandspassiv (sein + Partizip II) beschreibt das Ergebnis: Die Tür ist geöffnet (sie steht offen).

Wie unterscheidet man Zustandspassiv und Perfekt Aktiv?

Beide verwenden sein + Partizip II, aber beim Perfekt beschreibt das Verb eine abgeschlossene Handlung: Er ist eingeschlafen (= er schlief ein). Beim Zustandspassiv ist das Ergebnis im Fokus: Das Museum ist geschlossen (= es ist zu). Verben mit haben-Perfekt können kein Perfekt mit sein bilden – dort ist es immer Zustandspassiv.

Welche Verben bilden häufig ein Zustandspassiv?

Besonders häufig sind transitive Verben, deren Ergebnis sichtbar ist: öffnen/schließen, reparieren, verletzen, reservieren, besetzen, vorbereiten, organisieren, beschädigen. Intransitive Verben (schlafen, lachen) bilden kein Zustandspassiv.

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