Auf B2-Niveau lernen Sie, dass Modalverben nicht nur Fähigkeit, Erlaubnis oder Pflicht ausdrücken, sondern auch Vermutungen, Annahmen und Gerüchte. Diese subjektive Bedeutung ist typisch für Nachrichten, Berichte und formelle Texte.
Modalverben haben zwei Bedeutungsebenen:
| Sicherheit | Modalverb | Beispiel |
|---|---|---|
| ★★★★ fast sicher | müssen | Er muss krank sein. (≈ 95 %) |
| ★★★ wahrscheinlich | dürften (Konj. II) | Sie dürfte recht haben. (≈ 75 %) |
| ★★ möglich | können | Das kann stimmen. (≈ 50 %) |
| ★ einräumend | mögen | Das mag sein. (Einräumung) |
Der Sprecher gibt wieder, was andere sagen:
Das Subjekt selbst behauptet etwas; der Sprecher zweifelt:
Modalverb (Präsens) + Partizip II + haben/sein:
In der subjektiven Bedeutung drücken Modalverben die Einschätzung des Sprechers aus, nicht eine Fähigkeit oder Pflicht. Er muss krank sein = Ich bin fast sicher, dass er krank ist. Sie dürfte recht haben = Wahrscheinlich hat sie recht.
Objektiv: Er muss arbeiten = Er ist verpflichtet zu arbeiten. Subjektiv: Er muss reich sein = Ich bin fast sicher, dass er reich ist. Der Kontext entscheidet über die Bedeutung.
Modalverb + Partizip II + haben/sein: Er muss verschlafen haben = Er hat fast sicher verschlafen. Sie dürfte abgereist sein = Sie ist wahrscheinlich abgereist.