Auf B2-Niveau vertiefen Sie den Genitiv als Marker für formelle, gehobene Sprache. Im Alltag wird der Genitiv oft durch von + Dativ ersetzt – in Schriftsprache, Amtsdeutsch und Wissenschaft ist er jedoch unverzichtbar.
In der Alltagssprache wird der Genitiv oft durch von + Dativ ersetzt. In gehobener Schriftsprache (Zeitungen, Wissenschaft, Literatur) ist der Genitiv jedoch Standard:
Einige formelle Verben verlangen ein Objekt im Genitiv. Sie kommen vor allem in der Rechts-, Amts- und Wissenschaftssprache vor:
| Verb | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| bedürfen | brauchen, benötigen | Dieser Plan bedarf einer gründlichen Prüfung. |
| sich bedienen | benutzen, gebrauchen | Er bedient sich einer eleganten Sprache. |
| sich rühmen | stolz sein auf | Die Stadt rühmt sich ihrer langen Geschichte. |
| sich enthalten | verzichten auf | Er enthält sich jeder Kritik. |
| anklagen | beschuldigen | Man klagte ihn des Betrugs an. |
Viele feste Wendungen und Redewendungen verwenden den Genitiv. Sie sind typisch für formelle Texte und Präsentationen:
Attributiv: die Ergebnisse der Studie. Nach bestimmten Verben: sich einer Sache bedienen, einer Sache bedürfen. In festen Wendungen: meines Erachtens, aufgrund des Wetters.
In gehobener Sprache: sich bedienen (+ Gen.), bedürfen (+ Gen.), sich erfreuen (+ Gen.), sich enthalten (+ Gen.), jemanden einer Sache beschuldigen. Diese Verben sind typisch für formelle Texte.
Meines Erachtens (m.E.), meines Wissens (m.W.), seines Zeichens, letzten Endes, schweren Herzens, guten Gewissens. Diese festen Wendungen sind im formellen Deutsch sehr geläufig.